02.11.2019 Dein Recht schenkt dir keiner – deshalb aufstehen!

Bei bestem Herbstwetter lud aufstehen Dresden und Umland am Samstag, den 2. November 2019 in der Zeit von 11:45 bis 15:00 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Dr.-Külz-Ring an der Altmarkt-Galerie ein. Unter dem Motto „Dein Recht schenkt Dir keiner – deshalb aufstehen!“ wurde mit den Märchen über Hartz IV und den Klischees über Armut und Arbeitslosigkeit aufgeräumt. Eingebettet in einem musikalischen Programm, gab es Erfahrungsberichte von Menschen, welche unter dem Hartz IV-System leiden. Mutig, wer sich als Hartz IV – Empfänger öffentlich zu erkennen gibt und darüber berichtet.
Wir alle müssen aufstehen für mehr Gleichheit, gegen Armut und für ein Existenzminimum, was den Namen verdient.

Dr. Eberhard König von der Gemeinschaft für Menschrechte im Freistaat Sachsen e.V. sprach über die Empfehlungen des Sozial- und Wirtschaftsrates der Vereinten Nationen. Er forderte alle auf, die auf Behörden bzw. das Jobcenter angewiesen sind, die Empfehlungen zu allen Behörden- und Jobcenter-Terminen mitzunehmen. Offensichtlich sind die Mitarbeiter diesbezüglich ebenso wenig informiert wie zu der entsprechend des Grundgesetzes unantastbaren Menschwürde.

Dr. Norbert Schröder von aufstehen Dresden und Umland wies an aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit und von O-Ton Arbeitsmarkt nach, dass es bei weitem nicht genügend Arbeit für alle gibt. Erst recht dann nicht, wenn die Arbeit auch noch den Anspruch erfüllen soll, davon leben zu können. Die Agenda 2010 und Hartz IV betrifft uns alle – auch die, die noch eine gute Arbeit haben.

Die Schere (reich und arm) geht immer mehr auseinander. Dies ist kein Naturgesetz, sondern menschengemacht und kann damit einfach umgekehrt werden. Dies konnte an dem Samstag spielerisch mit einem Murmelspiel nachvollzogen werden. Dieses kann man mit verschiedenen Regeln spielen. Mit kapitalistischen Regeln, dass der Gewinner alles bekommt und eine große Ungleichheit entsteht und weiter wächst – wie in unserer jetzigen Gesellschaft –, als auch mit humaneren Bedingungen, welche allen die gleichen Chancen gibt und die Schere wieder schließt.
Drobs e.V. – die Dresdner Straßenzeitung – aber auch der Paritätische Wohlfahrtsverband stellten Informationen in Form von Flyern und Broschüren zur Verfügung. Besonderes Interesse fand der Armutsbericht 2018.

Interessant war auch die Aussage etlicher Passanten und Zuhörer, dass die Notwendigkeit solcher Kundgebungen zu diesem Thema in Deutschland eigentlich eine Schande sei.
Viele der Kinder, die zu uns kamen hatten Spaß mit unseren Luftballons und der Malkreide.

Reden:
GMS Dr Eberhard König
aufstehen Norbert Schröder
Betroffenenbericht Angelika

sonstige Dokumente:
Staatenbericht
Empfehlungen der Vereinten Nationen